Entwicklungsbegleitende Projektsteuerung

Ideen, die im Zuge der Vorentwicklung für serientauglich befunden wurde, gelangen 2,5 Jahre vor SOP in die Phase der konkreten Umsetzung, die die Serienreife zum Ziel hat. Dieser Status muss 1 Jahr vor Beginn der Produktion erreicht sein. Innerhalb dieses komplexen Kernprozesses übernehmen wir als Projektmanager und Projektsteuerer zentrale Aufgaben.

Unsere Rolle

Wir begleiten den Prozess der Entwicklung und mobilisieren dafür nötige Ressourcen. Wir beraten den vom Hersteller beauftragten Zulieferer und nehmen dabei als „Kümmerer“ die Perspektive des Kunden ein. Dabei übernehmen wir Verantwortung für das große Ganze aber auch für das kleinste Detail. So überprüfen wir von außen, ob der Entwicklungsprozess zielführend verläuft und ein alltagstaugliches Ergebnis hervorbringt und stehen als strategischer Partner und ggf. als Korrektiv zur Verfügung, um den Entwicklungsprozess zielführend zu steuern und zu gestalten.

Automotivesoftware muss sich letztlich immer in der realen Situation bewähren. Deshalb antizipieren wir bei der Entwicklungsarbeit, was in der Realität verschiedenster Situationen im Straßenverkehr passieren kann und welche Situationen die Software beherrschen muss. Aus der Sicht des Anwenders definieren wir so den Funktionsumfang des Systems.

Die Anforderungen sind hoch: Die eingesetzte Sensorik (z.B. Kameras, Ultraschallsensorik, Lasertechnik) muss reibungslos kooperieren; innerhalb von Sekundenbruchteilen müssen „richtige“ Entscheidungen getroffen werden; und das bei unterschiedlichsten Bedingungen – bei Tag und Nacht, glatter Straße, im Winter wie im Sommer. Hinzu kommt: Bei Fehlern gibt es im Straßenverkehr keine zweite Chance.

Um die sich daraus ergebenden komplexen Aufgabenbündel erfolgreich zu meistern, ist Expertenwissen nötig. Unsere Aufgabe ist es, den Funktionsumfang der zu entwickelnden Software genau zu bestimmen und alle Projektpartner in diesen Prozess einzubinden.

Wir legen fest, wer welche Teilaufgabe bis wann an welcher Stelle des technischen Systems erledigt (z.B. über welches Bussystem) und koordinieren innerhalb des Workflow die sich ergebenden Schnittstellen. Zeitschiene, Rollenverteilung, Koordination – das sind unsere Aufgaben als Prozessmanager.

Von den im Lastenheft festgelegten Anforderungen an ein technologisches System im Automobil bis zur perfekten Performance auf der Straße führt der Weg über das Anforderungsmanagement. Es muss sichergestellt werden, dass alle Akteure „das gleiche Verständnis“ von der gemeinsamen Aufgabe haben und die Aufgabenzuteilung, das Timing und die Ressourcenplanung reibungslos ineinandergreifen.

Unsere Aufgabe ist es, alle Projektparameter zu definieren und in Lasten- und Pflichtenheften niederzulegen. Im Projektfortgang sorgen wir durch entsprechende Interventionen dafür, dass das Deadlines eingehalten werden und die Kooperation der Projektpartner zielführend verläuft.

Maßgeblich für die Entwicklung einer Serien-Software ist letztlich immer der Einsatz auf der Straße. Hier begleiten wir den automotiven Entwicklungsprozess, indem wir strikt die Position des Anwenders einnehmen. Wir schließen so die Lücke zwischen Theorie und Praxis; zum Beispiel: welche Situationen trifft der Parklenkassistent im realen Straßenverkehr an? Wird die Software diesen Anforderungen in jedem Fall gerecht? Hierbei geht es darum, unerwünschtes Verhalten der Software rechtzeitig festzustellen oder einen Mangel an erwarteter Funktionalität aufzudecken.

Dokumentation ist bei der Entwicklung komplexer Software ein zentrales Qualitätsmerkmal. Als Projektsteuerer zeichnen wir alle Aktivitäten eines jeden Akteurs während aller Projektphasen auf und stellen sicher, dass die Software lastenheftkonform ist. Dazu gehört das Testen der Steuergeräte im Fahrzeug – vor allem in Prototypen – am Brettaufbau oder im Labor, die Fehleranalyse und die Dokumentation der Ergebnisse in einem Ticketsystem.

Konkret geht es bei der Softwareabsicherung darum, mit Prototypen- Fahrzeugen beispielsweise das pilotierte Einparken anhand von aufgezeichneten elektronischen Fahrzeugdaten zu analysieren, um Rückschlüsse über die Tauglichkeit des geschriebenen Codes in der realen Anwendung ziehen und Fehler abstellen zu können.

  • Projekt- und Softwaredokumentation
  • Praxisbeobachtung, Tracing
  • Erprobungsfahrten
  • Analyse und Bewertung des Verhaltens einer Software
  • Tracking – genaue Aufzeichnungen über den Projektfortgang

Zeitplanung ist das A und O einer zielführenden Projektarbeit. Gerade in der Automobilindustrie entscheidet bereits die „time to market“ über Erfolg oder Misserfolg einer Innovation.

Der Wettbewerb wird angetrieben von Megatrends wie E-Mobilität oder autonomes Fahren. Unsere Rolle als Projektsteuerer ist es, die Zeitachse im Zuge des Projektmanagements zu kontrollieren und zu überwachen.

Projektmanagement erfordert die genaue Kenntnis des Gesamtablaufs eines automobilen Entwicklungsprojekts – aber auch Wissen, das in die Tiefe der einzelnen Teilaufgaben reicht. Technisches Gespür für spezielle Hürden, die gemeistert werden müssen und des dafür nötigen Bedarfs an Zeit und Manpower gehört mit dazu. Unsere Rolle als Steuerer setzt deshalb ein hohes Maß an Kenntnissen voraus. Dies umfasst Kundenwissen ebenso wie die detaillierte Kenntnis des Leistungsportfolios aller beteiligten Akteure, um diese optimal einsetzen zu können.

Im Laufe eines Entwicklungsprojektes geht es nicht nur darum, der Kreativität freien Lauf zu lassen; ein Großteil der Herausforderung besteht darin, Anpassungen an die vorhandene technische Infrastruktur im Fahrzeug vorzunehmen. Dies betrifft Bussysteme – wie z.B. CAN, LIN, Flexray – , die Softwareversionierung oder elektronisches Schnittstellenmanagement und reicht bis hin zur Einpassung von Baugruppen in die Fahrzeugkonstruktion.

Ein Schlüssel zum Erfolg ist auch die Dokumentation und Verwaltung aller Kenndaten eines Projektes. Unser Anspruch ist es, dass jederzeit Entwicklungsdaten oder technische Kennwerte abgefragt und transparent gemacht werden können. Hierbei spielt auch die Interaktion zwischen den Projektbeteiligten eine große Rolle. Als Projektsteuerer sind wir hier zentrale Anlaufstelle und ggf. „Schaltstation“.

Irrwege und Sackgassen bei der Projektentwicklung kosten nicht nur wertvolle Zeit und Geld, sondern können auch das Gelingen des Projekts gefährden. Deshalb verstehen wir uns als Korrektiv, bei der Begleitung der Projektpartner.

Immer wieder nehmen wir die Perspektive des Kunden – des Fahrers – ein und hinterfragen den Entwicklungsstand des Projekts. Oberstes Ziel ist es, die Kundenbedürfnisse genau abzubilden und Innovationen zu entwickeln, die ein Höchstmaß an Anwendungsnutzen haben.